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Zeichnung einer B-Zelle die Antikörper bildet
B-Zelle (weißes Blutkörperchen) bildet Antikörper

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Blutegeltherapie

Foto: Blutegel
Blutegel

Seit Jahrtausenden wurden Blutegel in der Medizin verwendet. Der übertriebene Einsatz medizinischer Blutegel in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte jedoch zu einem fast vollständigen Verschwinden der Methode aus Mitteleuropa. Die Blutegel wurden in vielen Regionen radikal dezimiert. Heute sind Blutegel in freier Natur selten geworden, in Deutschland stehen sie beispielsweise unter Naturschutz. Die zu medizinischen Zwecken verwendeten Blutegel werden in Zuchtanstalten kultiviert und dürfen aus hygienischen Gründen nur einmal verwendet werden.

Zur Behandlung werden Blutegel auf der Hautoberfläche angesetzt. Der Biss des Blutegels zu Beginn der Saugphase ist kaum als schmerzhaft zu bezeichnen. Schließlich wäre es für die Tiere draußen in der Natur kein Vorteil, sofort entdeckt und abgeschüttelt zu werden. Die Bisse werden als ein leichter Stich, wie Brennnesselstiche, Insektenstiche oder leichtes Ziehen beschrieben, die kurz darauf nachlassen. Eine Behandlung mit Blutegeln dauert ca. 1-2 Stunden, wobei auf die eigentliche Saugphase ca. 40 Minuten entfallen. Für die Nachblutung wird nach etwa ½ h ein Verband angelegt.

Zum Verfahren

Der Blutverlust durch Saugen des Tieres (ca. 10 ml) und die Nachblutung (ca. 20-40 ml) haben die Wirkung eines sehr langsamen und sanfteren Aderlasses. Hierbei nimmt die Zähigkeit des Blutes ab und es finden ein gewisser Eiweißverlust sowie eine lokale (örtliche) Entstauung statt. Der Blutverlust wird in den Blut- oder Lymphgefäßen durch Flüssigkeit ersetzt, wodurch es zu einer deutlichen Verminderung der Zähigkeit kommt. Die Fließeigenschaften des Blutes werden durch diese Blutverdünnung verbessert, besonders in der Endstrombahn. Diese Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes bewirkt eine bessere Versorgung der betreffenden Gewebe. Der Effekt wird durch den vom Blutegel abgesonderten Blutgerinnungs- Hemmstoff Hirudin verstärkt.

Einigen der ca. 30 unterschiedlichen Blutegelwirkstoffe wird eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben:

  • Hirudin hemmt die Blutgerinnung, wirkt harntreibend und antibiotisch, Eglin und Bdellin wirken mit unterschiedlichen Mechanismen bei der Gerinnungshemmung mit, Hementin und Orgelase haben durchblutungsfördernde Wirkung
  • Eine anästhesierende (betäubende) Substanz führt zur Schmerzlinderung beim Saugen
  • Die Blutegelwirkstoffe blockieren insgesamt die bei Entzündungen oder Verletzungen aktivierten Vorgänge der Enzyme und haben dadurch eine entzündungshemmende Wirkung.

Anwendung

Blutegel werden in der Naturheilkunde u.a. bei folgenden Erkrankungen eingesetzt:

  • Rheuma
  • Herpes Zoster (Gürtelrose)
  • Krampfadern
  • Tinnitus (Ohrgeräusche)
  • Venenentzündung (Phlebitis)
  • Furunkel und Karbunkel (Anhäufungen von Furunkeln)
  • Nasennebenhöhlenentzündungen
  • Ohrenentzündungen, Mittelohrentzündungen (Otitis media) – auch bei Kindern
  • Verletzungen wie Verstauchungen, Prellungen, Hämatome
  • Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Hämorrhoidalleiden
  • akuter Gichtanfall
  • Wundheilungsstörungen durch postoperativen Lymph- und venösen Rückstau in der Traumatologie (z.B. Handchirurgie) und plastischen Chirurgie

Quellen:

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naturheilverfahren/blutegeltherapie.php

Opens external link in current windowhttp://de.wikipedia.org/wiki/Blutegel

Opens external link in current windowhttp://www.gesundheitstrends.de/gesundheitstrends/
therapien/blutegeltherapie.php